Im Rahmen der OGC Initiative Sensor Web Enablement (SWE) wurden eine Reihe von Dienstschnittstellen und Datenformaten entwickelt, die eine standardisierte Integration von Sensoren und deren Messreihen in Geodateninfrastrukturen ermöglichen. Zeitreihen sollen systemübergreifend und standardisiert zusammengeführt und so für die verschiedensten Anwendungsfälle nutzbar werden.
Der Wupperverband hat bereits im Jahr 2005 eine Projektstudie durchgeführt, um das Potential dieser Spezifikationen genauer zu analysieren und gegen die internen Anwendungsfälle zu spiegeln. Die Ergebnisse der Studie fielen durchweg positiv aus, allerdings wurde aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch weitestgehend nicht finalisierten Spezifikationen noch nicht mit der Entwicklung und Einbindung von Prototypen begonnen.
Seit 2007 stand ein Großteil der SWE Spezifikationen in finalen und offiziell verabschiedeten Fassungen zur Verfügung, so dass der Wupperverband gemeinsam mit einem niederländischen Wasserverband im Verlauf des Xborder-GDI Forschungsprojektes Water Catastrophe Management im Rahmen der EU Intereg-Initiative einen umfangreichen Praxistest durchführen konnte. Im Zuge dieses Forschungsprojektes wurden u.a. diverse Prototypen von OGC Sensor Web Komponenten angepasst bzw. neu entwickelt und jeweils in die Infrastruktur der Wasserverbände integriert.

Abbildung: Sensoren im Wupperverband (Auswahl)
Zu den betrachteten Anwendungsfällen auf Seiten des Wupperverbandes gehörte zunächst die standardisierte Bereitstellung von Sensorinformationen und Messreihen über einen OGC Sensor Observation Service (SOS) und die Visualisierung dieser Daten in einem browserbasierten Client. Die Messreihen des SOS wurden sowohl in das FluGGS (Anwendung Sensor Web) als auch in die Homepage des Verbandes integriert. Des Weiteren wurde die Steuerung von Sensoren zur Überwachung von technischen Anlagen über einen OGC Sensor Planning Service (SPS) realisiert und entsprechende Clients entwickelt. Als Beispiel diente hierbei die Überwachung eines Regenbeckens, indem kritische Anlagenteile durch eine ferngesteuerte Kamera erfasst werden. Darüber hinaus wird die Kamera genutzt, um Plausibilitätsanalysen der Füllstände, Abschlags- und Durchflussmengen der eingesetzten Sensorik des Prozessleitsystems durchzuführen. Eine weitere Sensor Web Komponente, die im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes eingesetzt und weiterentwickelt wurde, ist der OGC Sensor Alert Service (SAS). Dieser bietet die Möglichkeit, beim Eintreten eines bestimmten Messereignisses Benachrichtigungen zu versenden. Ein Anwender kann sich über einen entsprechenden SAS-Client für den Empfang von Nachrichten bei einem SAS registrieren, einen Standort, einen Sensor sowie ein Phänomen auswählen und die Bedingungen definieren, unter denen er eine Benachrichtigung erhalten möchte. Für den Versand der Benachrichtigungen, welcher durch den OGC Web Notification Service (WNS) erfolgt, stehen derzeit die Formate E-Mail und SMS zur Verfügung.

Abbildung: beispielhafte Prozesskette im Sensor-Web
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